Der Akt der Unternehmensgründung als Blogger

Selbstständig machen
Der eigentliche Akt der Unternehmensgründung ist im Angesicht der vielen Vorbereitungen, die du tun musst, eher unspektakulär. Je nachdem für welche Unternehmensform du dich entschieden hast, musst du nun bei verschiedenen Ämtern Anträge stellen, mit Sicherheit aber immer beim Finanzamt. Wenn du wie ich, den Beruf des Bloggers als Freiberufler ausüben willst, dann hast du Glück, denn dann ist dies auch die einzige Anmeldung, die du tätigen musst.  Die Formulare erhältst du bei deinem für dich zuständigen Finanzamt, kannst sie aber auch online abrufen. Das Formular, das du zur Anzeige deiner Selbstständigkeit benötigst, heißt "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung bei Aufnahme einer gewerblichen, selbständigen (freiberuflichen) Tätigkeit, landwirtschaftlichen Tätigkeit, Vermietungstätigkeit oder Beteiligung an einer Personengesellschaft/-gemeinschaft" und steht dir beim Bundesfinanzministerium kostenlos als Download zur Verfügung. Eine Ausfüllhilfe wird auch gleich mit angeboten. Nimm dir Zeit und fülle in Ruhe die paar Seiten aus, dann geht alles zeitnah über die Bühne und es gibt keine Verzögerungen wegen eventueller Rückfragen oder Unvollständigkeiten.




Anmeldung beim Finanzamt


Neben deinen Personalien, Angaben zu deiner neuen Firma und deiner Bankverbindung wirst du unter anderem auch danach befragt, ob du von der sogenannten Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen willst. Hier legst du also fest, ob du auf deinen Rechnungen die Mehrwertsteuer getrennt ausweisen willst. Wenn dein Umsatz unter 17500 Euro im Jahr beträgt, kannst du nämlich dich hier nämlich von der Umsatzsteuerausweisung befreien lassen (Umsatzsteuer=Mehrwertsteuer). Du kannst dann allerdings bei Kosten oder Investitionen, die du hast, die Umsatzsteuer auch nicht einbehalten. Ich persönlich hätte von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen können, tat dies aber nicht. Der Nachteil ist dann, dass du monatlich eine Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt abgeben musst. Das hört sich aber auch alles schlimmer an, als es ist. Im Übrigen wurde nach wenigen Monaten der Zyklus von monatlich auf jährlich bei mir geändert, weil ich wirklich nur sehr wenig Umsatz mit meinen Blogs erwirtschafte.
Unter Punkt 7.8 hast du unter bestimmten Bedingungen, die Möglichkeit, dich für die Soll- oder Istversteuerung zu entscheiden. Die Sollversteuerung ist die Regel. Jedoch haben folgende Unternehmen
die Möglichkeit, sich für die Istversteuerung zu entscheiden und dafür ist eben das Kreuz an der richtigen Stelle unter 7.8 fällig:

  • Unternehmen, deren Vorjahresumsatz nicht mehr als 500.000 € betrug
  • Unternehmen, die nicht der Buchführungspflicht unterliegen
  • Unternehmer, die sich in die Gruppe der freien Berufe einordnen lassen

Ich habe hier die Istversteuerung gewählt, so ist die Umsatzsteuer erst fällig, nachdem die Rechnung auch bezahlt wurde. Bei der Sollversteuerung wird die Umsatzsteuer schon fällig, wenn du die Rechnung geschrieben hast. Unter Umständen musst du so die Mehrwertsteuer vielleicht mehrer Wochen aus deinem Kapital vorfinanzieren, was schnell zu Engpässen führen kann.


Weitere Anmeldepflichten


Soll deine Geschäftstätigkeit über den Umfang einer freibruflichen Tätigkeit hinaus gehen, kommen womöglich noch andere Anmeldepflichten auf dich zu. Wenn du zum Beispiel auch Mitarbeiter in deinem neuen Unternehmen beschäftigen willst, dann musst du dies bei der Bundesagentur für Arbeit anmelden. Du erhältst dann dort eine Betriebsnummer. Auch eine Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft ist in diesem Fall obligatorisch.

Führst du künftig ein gewerbliches Einzelunternehmen oder eine GbR, bist du verpflichtet die Aufnahme dieser Tätigkeit deinem zuständigen Gewerbeamt zu melden. In der Regel findest du dies innerhalb deiner Kommunalverwaltung vor. Nach Anmeldung eines Gewerbes bist du Pflichtmitglied in der Industrie- und Handelskammer (IHK). Du musst dich also auch hier anmelden.
Tritts du mit deinem Unternehmen als Handelsunternehmen auf, etwa als Einzelkaufmann, OHG, GmbH, UG, AG oder eG, wird auch ein Eintrag in Handelsregister fällig. Für Genossenschaften gilt: Sie müssen sich im Genossenschaftsregister anmelden. Zusätzlich ist für Genossenschaften die Mitgliedschaft in einem genossenschaftlichen Prüfungsverband vorgeschrieben.

Falls du wie ich Rentner bist und quasi einen Nebenerwerb betreibst, musst du deine Selbstständigkeit auch deiner Rentenversicherung melden, ebenso der Krankenkasse. Die Krankenkasse prüft dann, ob deine Selbstständigkeit tatsächlich eher geringfügig im Verhältnis zu deinem Haupterwerb (Rente) ist. Gegebenenfalls wird sie versuchen, dich in eine Freiwillige Rentenversicherung umzustufen. Genaueres erfährst du hierzu bei deiner Krankenkasse. Die Rentenkasse prüft, ob sie dir unter den neuen Bedingungen weiterhin die volle Erwerbsminderungsrente zahlt. Bei mir ist es so, dass ich schadlos bis zu 450 Euro monatlich hinzu verdienen darf. Deinen persönlichen Freibetrag kannst du deinem Rentenbescheid entnehmen oder erfährst ihn direkt bei deiner Rentenversicherung.


Rechtlicher Hinweis


Die obige Auflistung entstand nach bestem Wissen und Gewissen, hat aber nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit und ersetzt auch keine rechtliche Beratung. Es sind meine persönlichen Erfahrungen und Erkenntnisse, die ich hier notiere, erworben durch Recherche und den Besuch eines Gründerseminars. Sie können dir eine erste Orientierung und Anregung bieten, eine Art Überblick, was möglicherweise alles auf dich als Gründer zukommt.

Quellen zu Unternehmensgründung als Blogger
Foto: clipdealer.com






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