Das Urheberrecht und die Abmahnfalle

Urheberrechtsverletzung
Foto: Thorben Wengert  / pixelio.de
Das Urheberrecht regelt die Verwertungsrechte kultureller Werke. Dazu zählen unter anderem Werke aus der Literatur, der Kunst, der Fotografie, Werke der Wissenschaft und der Musik, Computerprogramme, Zeitungsartikel, Musik und andere. Auch dieser Artikel hier unterliegt ebenso wie alle anderen Artikel dieses oder anderer Blogs und Websites dem Urheberrecht. Nur der geistige Eigentümer, im letzten Fall der Autor, darf bestimmen, ob und wie sein Produkt veröffentlicht bzw. vervielfältigt wird. Natürlich darf er diese Rechte auch an Dritte abtreten, tut er dies nicht, bleiben alle Rechte auf Lebzeiten bei ihm und gehen mit seinem Tod noch 70 Jahre uneingeschränkt auf seine Erben über. Der Urheber verfügt allein über die Nutzungsrechte an seinem Werk und entscheidet auch allein, an wen und auf welche Weise er diese Nutzungsrechte übertragen will.
Das heißt, mit der Veröffentlichung eines geistigen oder anderweitig schöpferischen Werkes stellt der Urheber lediglich die Wahrnehmung desselben frei. Weder darf das Werk frei kopiert, noch als das eigene Werk ausgegeben werden (Plagiat). Wir kennen noch alle die Plagiatsvorwürfe, die einigen hochrangigen deutschen Politikern den Job gekostet haben. Geistiger Diebstahl ist also kein Kavaliersdelikt! Das bedeutet jedoch nicht, dass man beispielsweise die Erkenntnisse, die man aus einem Artikel oder einer wissenschaftlichen Arbeit gewonnen hat, nicht mit in seine eigene Arbeit einfließen lassen darf. Aber auch hier ist die Quelle anzugeben, bedarf es einer besonderen Form und der Beachtung des Urheberrechts, ansonsten läufst du Gefahr, in die Abmahnfalle zu tappen. Abmahnfallen sind überall im Internet aufgestellt und nur solides Wissen und korrektes Arbeiten ersparen dir das Ungemach einer solchen Abmahnung.

Urheberrechtsverletzung


Eine Urheberrechtsverletzung ist ein Verstoß gegen die oben benannten Urheberrechte. Wer also gegen die im Urheberrecht festgelegten Verwertungs- und Nutzungsrechte verstößt, kann vom Urheber kostenpflichtig abgemahnt werden. Es hat sich inzwischen eine regelrechte "Abmahnindustrie" etabliert. Die Fallzahlen von Abmahnungen im Internet sind deshalb seit Jahren schon steigend.
Um beim Beispiel der Internetmedien zu bleiben: Wer ohne die Zustimmung des Autors fremde Seiten kopiert und selbst veröffentlicht verstößt gegen das Urheberrecht. Dies tut er möglicherweise selbst dann, wenn er die Quelle benennt, denn auch beim Zitieren gibt es Grenzen.
Auch wenn kopierte Inhalte verändert werden, beispielsweise einen neuen Titel bekommen oder auch Textpassagen modifiziert werden, liegt hiermit ein Verstoß gegen das Urheberrecht vor.
Urheberrechtsverletzungen können dich teuer zu stehen kommen. Oftmals liegt ja nicht einmal eine betrügerische Absicht vor, sondern es fehlt einfach an Kenntnissen der geltenden Rechtslage. Den Schaden für den Urheber mindert aber auch die edelste Absicht nicht. Eine Urheberrechtsverletzung ist eine Rechtsverletzung und wird auch als solche geahndet werden. Ganze Rechtsanwaltskanzleien haben sich darauf spezialisiert, Internetauftritte aufzuspüren, die gegen geltendes Recht verstoßen. Wenn sie dich erst am Haken haben, bleibt dir meist nichts anderes übrig, als die Forderung zu begleichen, wenn du nicht auch noch ein Gerichtsverfahren riskieren willst. Auch hier gilt also: Vorsicht ist besser als Nachsicht! Lass es erst gar nicht soweit kommen und bleib bei deinen eigenen Ideen, Gedanken und Texten. So erschaffst du automatisch "unique content". Deine Leser und Google werden es dir danken!


Zitate und Quellenangaben


Als Zitat werden wörtliche oder sinngemäße Übernahmen von Textstellen sowohl in wissenschaftlichen und Fachpublikationen als auch in anderen Zusammenhängen (Journalismus, öffentliche Debatte usw.) bezeichnet. Hier geht es vor allem um den ersten Aspekt. Quelle: Wikipedia 

Zitate und das Zitatrecht


Das Verwerten geistigen Fremdeigentums ist zwar grundsätzlich verboten, jedoch gibt es hier auch beim Urheberrecht gewisse Einschränkungen, was ich auch gut finde. Wem nutzen die vielen geistreichen Veröffentlichungen, wenn man sie nicht auch öffentlich diskutieren darf? Insofern stellt das Zitatrecht eine vertretbare Beschränkung des Urheberrechts dar. Werden also aus urheberrechtlich geschützten Werken einzelne Passagen entnommen, so ist dies unter bestimmten Voraussetzungen durchaus zulässig. Jedoch darf grundsätzlich nur zitiert werden, wenn auch die Quelle deutlich angegeben wird. Zudem müssen Zitate einem erkennbaren Zweck dienen. So ist nicht erlaubt, aber auch wenig bekannt, beliebig zu zitieren, was einem gefällt. Selbst die bloße Veröffentlichung eines Zitates trotz ordnungsgemäßer Nennung der Quelle kann unzulässig sein. Zitate sind nur dann legitim, wenn sie durch ihren Zweck und in einem angemessenen Umfang in ein eigenständiges Werk eingearbeitet werden. Entweder gilt es, die eigenen Aussagen zu untermauern oder gegensätzliche Auffassungen im Kontext der eigenen Arbeit zu illustrieren. Keinesfalls solltest du zitieren, um deine Seite aufzublasen. Bedenke bitte auch, dass Goggle ja nicht nur deine Links und Überschriften indiziert, sondern auch deine Inhalte. Google wird es also zuerst bemerken, wenn es diesen Text so schon irgendwo einmal gibt. Google nennt das dann "duplicate content" und streicht deine Seite aus dem Index. Du schadest dir also selbst am meisten, von den Folgen eventueller Abmahnschreiben einmal ganz abgesehen.

Quellenangabe bei Texten


Bei der obligatorischen Angabe der Quelle müssen stets sowohl der Urheber genannt werden, als auch das Werk, aus dem das Zitat entstammt. Ist der Verfasser innerhalb der Quelle nicht deklariert, genügt die Angabe des Werkes, also die Angabe der Internetadresse. Da das Internet schnelllebig ist, wird empfohlen, das Datum des zitiertes Werkes anzugeben.
Kurze, weniger als drei Zeilen umfassende Zitate werden in Anführungszeichen gesetzt. Längere Zitate erhalten hingegen einen eigenen Absatz und werden etwas eingerückt, aber nicht in Anführungszeichen gesetzt. Blogger hat dafür zum Beispiel sogar ein eigenes Formatierungswerkzeug entwickelt.

Quellenangaben bei Bildern


Auch bei Bildern, die du in deinem Blog oder auf deiner Homepage verwendest, bist du verpflichtet die Quelle anzugeben, denn auch Bilder fallen unter das oben genannte Urheberrecht. Hast du die Fotos selbst gemacht, entfällt die Pflicht zur Kennzeichnung. Verwendest du aber Material Dritter, dann achte bitte sehr genau auf die ausgegebenen Nutzungsbedingungen. In der Regel wirst du dazu verpflichtet sein, den Fotografen zu nennen und zu der Seite zu verlinken, die das Fotomaterial enthält. Auch hier droht bei Verstoß eine Abmahnung, die aber nicht nötig ist, hält man sich an die Vorschriften. Ich verwende hauptsächlich kostenlose Bilder von pixelio. Aber auch hier gibt es Fallstricke. Ich hatte all meine Bilder mit einem Tooltiptext ausgestattet. Das ist ein Text, der erscheint, wenn man mit der Maus über das Bild fährt. Ich fand das optisch ansprechender, als immer den Text direkt darunter zu positionieren. Jetzt wurde ich aber von einem Fotografen aufgefordert, eine Lizenz im nachhinein zu erwerben, weil diese Art der Kennzeichnung laut Lizenzbedingungen nicht ausreichend sei. Ich habe also bei pixelio nachgesehen und musste ihm Recht geben. Er hat mir nun eine Rechnung über 267 Euro geschickt. Da kann einem der Spaß am Bloggen schnell wieder vergehen. Ich habe die Rechnung bezahlt, weil ich es nicht auf einen Rechtsstreit ankommen lassen wollte. Aber bitter war das schon. Also lies immer genau die Lizenzbedingungen und vor allem tue dies in Ruhe. Es erspart dir später gegebenenfalls viel Ärger und Arbeit.

Quellen (Stand 09.11.2013):   Ferner Anwaltskanzlei     Wikipedia   Uni Gießen   techniken-wissenschaftlichen-arbeitens.de   






Kommentare:

  1. Ich habe auch schon eine Abmahnung erhalten, da ich das Urheberrecht eines Fotos nicht genannt hatte. Was passiert war kann man hier nachlesen. Ich rate dir dringend auch nochmal deine Fotos zu kontrollieren, da der Urheber bei deinen Bildern unbeding direkt am Foto stehen muss.

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Bastian,
    meines Wissens nach reicht es aus, das Foto am Ende des Postes zu deklarieren. Jedenfalls ist das bei Pixelio so, dessen Bilder ich hauptsächlich verwende:
    Pixelios Nutzungsbedingungen sehen folgendes vor:
    "8. Urheberbenennung und Quellenangabe
    Der Nutzer hat in für die jeweilige Verwendung üblichen Weise und soweit technisch möglich am Bild selbst oder am Seitenende PIXELIO und den Urheber mit seinem beim Upload des Bildes genannten Fotografennamen bei PIXELIO in folgender Form zu nennen: ‚© Fotografenname / PIXELIO'.
    Bei Nutzung im Internet oder digitalen Medien muß zudem der Hinweis auf PIXELIO mit "pixelio.de"erfolgen."

    Liebe Grüße Benno

    AntwortenLöschen