Abmahnung Urheberrecht pixelio.de - Schwarze Schafe

Es ist traurig, aber wahr: Nicht alle Menschen stellen ihre Bilder in lauterer Absicht auf kostenlosen Portalen wie pixelio.de, pixabay oder fotolia.com ein. Eigentlich sollte man ja meinen, wenn man ein Bild aus einer kostenlosen Bilderdatenbank benutzt, liegt es nicht im Interesse des Fotografen, damit Geld zu verdienen. Er möchte, dass seine Bilder gefallen, Verwendung finden und ein möglichst großes Publikum erreichen. Es ist ja auch eine Art kostenlose Werbung für ihn. Denn würde er wollen, dass seine Bilder irgendwo veröffentlicht würden, müsste er sicher dafür eine Werbegebühr zahlen. Aber das scheint bei weitem nicht für alle dieser Fotografen zuzutreffen. Die meisten dieser Bilderlieferanten gehören mit Sicherheit zu der ehrbaren Gruppe. Sie möchten sich einen Namen machen, weiter nichts. Leider aber gibt es auch eine Reihe schwarzer Schafe, oder noch viel schlimmer, denn schwarze Schafe in einer weißen Herde würde man ja sofort erkennen, gibt es Wölfe im Schafspelz. Sie stellen ihre Bilder, die gar nicht mal schlecht sind, zur kostenlosen Nutzung ein und setzen darauf, dass Anfänger wie ich und du einen Fehler machen. Sie stellen quasi ihre Fallen auf, legen ihre Netze aus. Sie sind nicht darauf aus, diejenigen zu erwischen, die sich illegal Zugang zu ihrem Bildmaterial verschafft haben und es veröffentlichten. Das könnte ich ja noch verstehen. Nein, sie hoffen darauf, dass bei unser einem Fehler passieren. Und darauf können sie getrost hoffen denn Menschen machen Fehler, zumal in einer Umgebung, in der man sich sicher fühlt, denn es kostet ja nichts bei pixelio und co. Es sind eher Spitzfindigkeiten, die sie monieren, wie etwa es reiche nicht, wenn man den Urheber beim Überfahren des Bildes mit der Maus angezeigt bekomme oder so. Sie monieren auch, wenn ihr Bild als Vorschaufoto in einem Socialnetwork  erscheint. Die Gerichte geben solchen Menschen hier und da auch Recht. Da habe ich allerdings nicht den Gesamtüberblick und das soll nun auch nicht zu meiner Passion werden.


Ich bin zweimal herein gefallen


Das erste mal schrieb mich eine Agentur an, ich hätte eines ihrer Fotos widerrechtlich benutzt, da ich den Urheber nicht unter dem Bild genannt hätte. Das stimmte. Ich hatte den Bildnamen und die Urheberrechte in einen sogenannten Mouseovertext gepackt, rein aus gestalterischen Gründen. Der freundliche Herr bot mir alsdann eine Nachlizensierung in Höhe von 214 Euro an. Ich zahlte, weil ich die Auseinandersetzung scheute, zugeben musste, dass ich einen Fehler gemacht hatte und die Sache einfach schnell vom Tisch haben wollte. Obschon es mich wurmte, dass die Agentur von Schadenssersatz sprach und dergleichen. Ich meine, welchen finanziellen Schaden habe ich ihm denn zugefügt? Ein Hinweis auf die geltenden Bestimmungen hätte es sicher auch getan und ich hätte meinen Beitrag nachgebessert. Was wäre das für eine Welt, wenn wir alle beim Fehlverhalten eines Anderen sofort vor Gericht zögen? Allein im Straßenverkehr passiert das millionenfach täglich. Aber sei es drum.
Das zweite Mal ereilte mich das Pech vor ein paar Tagen. Diesmal war es ein Fotograf aus Wien. Er möchte jetzt 930 Euro von mir haben, ansonsten zöge er vor Gericht. Jetzt habe ich wirklich ein Problem. Ich habe keine 930 Euro. Ich habe nicht einmal 100 Euro. Ich habe ihm 50 Euro angeboten - er hat noch nicht geantwortet. Das Bittere an der Sache ist, dass sich der Vorfall auf den er sich bezieht, schon im letzten Jahr ereignet hatte, denn nach meiner Erfahrung mit der Agentur habe ich all meine Posts manuell überprüft und das waren einige Hundert. Heute müsste (???) eigentlich alles in Ordnung sein, dachte ich. So langsam vergeht mir nun die Lust am Bloggen, muss ich sagen. Ich will nicht zum Juristen werden und wenn mein normaler Sachverstand und mein Urteilsvermögen nicht mehr ausreichen, meine Sicherheit zu gewährleisten, dann bewege ich mich anscheinend auf unsicherem Terrain. Es macht mir schlichtweg Angst, was da noch alles auf mich zukommen könnte und ich sehe mich ziemlich hilflos der ganzen Sache ausgeliefert.


Die Namen der Übeltäter bekannt machen


Die einzige Art, wie ich mich wehren kann ist, die Namen der Übeltäter bekannt zu machen und in einer Art Schwarzen Liste zu veröffentlichen. Zum Einen zeigt dies der Öffentlichkeit, was für Menschen sich da hinter einer vermutlich biederen Fassade verbergen und zum Anderen schützt es Menschen wie du und mich vor weiteren Hereinfällen. In einer ersten Panikreaktion habe ich zunächst alle Bilder aus zwei meiner großen Blogs gelöscht. Das tat richtig weh, denn ich hatte sie mit viel Herzblut ausgesucht und platziert. Und womöglich wären von diesen Bildern ja gar keine Gefahren für mich ausgegangen? Ich beginne also heute hier diese Liste, nachdem ich auf der Suche nach so etwas im Internet nicht fündig geworden bin. Da findet man nur Rechtsanwaltskanzleien, die ihre Hilfe anbieten. Und an dieser Stelle bitte ich auch um deine Mithilfe. Wenn du einen solchen Fotografen kennst, der mit Abmahnungen sein Geld zu verdienen sucht, anstatt mit seiner Fotokunst, dann würde ich mich freuen, wenn du diesen Namen der Schwarzen Liste beisteuern könntest. So haben wir alle etwas davon. Auch wenn du selbst betroffen warst, würde ich mich über einen Kommentar sehr freuen. Da muss doch was zu machen sein? Vielleicht hilft ja etwas mehr Öffentlichkeit doch und das fragwürdige Treiben nimmt ein Ende? Egal ob ich nun verklagt werde oder nicht. Der gute Ruf jener Menschen ist nun dahin, falls sie den überhaupt jemals besaßen...


Fotografen die kostenlos anboten und dann Geld forderten


Fotograf            Stockarchiv   Betroffenener Forderung

xxx                 pixelio.de    Benno Blues   214,- €
xxx                 pixelio.de    Benno Blues   930,- €


Fortsetzung der Geschichte


Und schon wieder werde ich bedroht. Diesmal ist es erneut die Agentur, die sich bei mir meldete und erneut mit einer anwaltlichen Unterlassungsaufforderung drohte, würde ich ihren Namen nicht sofort entfernen. Es sei nicht in Ordnung, so eine Schwarze Liste im Zusammenhang mit Abmahnungen zu erstellen. Nun bin ich Blogger und kein Justiziar und kenne mich mit den Feinheiten unseres Rechtssystems nicht besonders gut aus. Ich dachte, es wäre legitim, die Namen zu veröffentlichen, zumal ich ja tatsächlich zu diesen Zahlungen für ein Foto aufgefordert wurde, das ausdrücklich kostenlos angeboten wurde. Falls sich unter meinen Lesern ein Rechtsanwalt befindet, der sich in diesen Dingen auskennt, wäre ich für einen entsprechenden Kommentar sehr dankbar. Bis dahin entferne ich die Namen wieder aus der Liste. Ich selbst habe keinen Vorteil davon. Eine Veröffentlichung könnte aber Andere vor Schaden bewahren. Wenn es Unrecht ist, die Namen der zu nennen, die finanzielle Nachforderungen für ein kostenloses Produkt stellen, werde ich die Namen selbstverständlich nicht nennen. Wenn es aber rechtens ist, dann werde ich diese Namen bekannt machen, damit ein fragwürdiges Geschäftsgebaren endlich ein Ende nimmt.


Veröffentlichung von Abmahnung unzulässig


Ein wenig Zeit ist vergangen und ich habe mir inzwischen anwaltlichen Rat geholt. Demnach ist es tatsächlich so, dass ich die Namen der betreffenden Fotografen im Zusammenhang mit der angedrohten oder vollzogenen Abmahnung nicht nennen darf. Das würde sie in unzulässiger Weise an den Pranger stellen und sei eventuell geschäftsschädigend. Ja, das sollte es ja auch! Entscheiden würden allerdings dies auch wieder Richter, weil zwischen persönlichen und öffentlichem Interesse abgewogen wird und das ist mir dann doch eine Nummer zu groß. Ich möchte hier Bloggern beim Startup helfen und mich weder in Juristerei versteigen noch mein privates Geld für Abmahnungen, Anwaltskosten und Gerichtsgebühren ausgeben. Ich habe nämlich nur eine eher bescheidene Rente, von der ich lebe. Die Freude am Bloggen ist mir einstweilen nun auch versalzen. Das ist bitter. Ich hoffe, mein Beitrag hier ist irgend wem trotzdem eine Hilfe. Nimm das Urheberrecht nicht auf die leichte Schulter, denn es gibt Menschen, die warten nur darauf!


Die Alternative


Ich sah mich also mehr oder minder aus der Not heraus nach einer Alternative um und stieß bei meinen Recherchen auf clipdealer.de. Dort kann man verschiedene Lizenzen eines Bildes für ein kleines Geld erwerben. Im Vergleich zu ansonsten eventuell anfallenden Regresskosten macht sich dieser Betrag wirklich winzig aus. Je nach Auflösung zahlt man dort zwischen zwei und vier Euro pro Bild. Ich habe inzwischen hunderte Bilder gekauft und kann den Service sehr empfehlen. Auch wenn ich einmal aus Versehen ein falsches Bild bestellt hatte, wurde auf meine Stornowünsche stets freundlich und unverzüglich eingegangen. 






Kommentare:

  1. Begossener Pudel18. April 2016 um 12:52

    Ich weiß nicht, wie alt dieser Beitrag ist. Aber ich habe ihn mit großem Interesse gelesen, da ich derzeit in einer ähnlichen Situation bin.
    Zugegeben: ich habe den Fehler gemacht und ein Bild von Pixelio ohne Nennung des Urhebers auf meiner Webseite eingebunden. Einfach nur blöd und eigentlich bin ich ja auch der Meinung: Strafe muss sein. Nach kurzem überschlagen der Kosten bleibe ich im schlimmsten Fall auf gut 7.000,- € (Anwaltskosten für die Abmahnung, meine Anwaltskosten, Schadensersatz und Nachlizensierung für 2 Jahre) sitzen. Für mich als Privatmann, der sich nebenbei ein bischen was dazu verdienen wollte, ein herber Rückschlag. Ich mach das jetzt seit 4 Jahren, aber 7.000,- € Umsatz bis jetzt...davon bin ich leider meilenweit entfernt.
    Ich habe daraus gelernt, dass ich (i) Nutzungsbedingungen genauestens lesen werden, (ii) Auf meiner Webseite keinerlei Fotos mehr verwenden werde, die ich nicht zu 100% selbst geknipst habe und (iii) nie mehr irgendwelche Fotos von irgendwelchen Plattformen runterladen werde. Egal, ob mir da 100 mal versichert wird, dass es (von mir aus auch ohne jegliche Bedingungen) kostenfrei ist.
    Ich werde an der Sache sicherlich nicht zugrunde gehen. Und ich habe den Fehler begangen. Das bestreite ich auch überhaupt nicht. Für ein Foto, dass kostenfrei auf einer Plattform wie Pixelio angeboten wird dann bei einem Verstoß 4-stellige Lizenzgebühren zu verlangen, finde ich aber zumindest fragwürdig. Na ja, was nutzt all das klagen. Jetzt heißt es erst mal alle Aufgabe, die mir aufgetragen wurden, gewissenhaft auszuführen. Und mein Sohn wird auf die Sanierung unseres Hauses aufgrund seines Asthmas wohl noch etwas warten müssen....

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    1. Es tut mir leid, dass dir dies so passiert ist. Ich finde das Verhalten solcher Anbieter nicht nur fragwürdig, sondern ziemlich unehrenhaft. Wie eine Spinne ihr Netzt spannt, scheinen sie ihre Bilder kostenlos anzubieten, um dann im Fehlerfall kassieren zu können. Darauf können sie statistisch rechnen. Fehler passieren. Das ist nicht immer Vorsatz. Ich wollte ganz gewiss keinen Urheber um seinen Ruhm bringen, ganz im Gegenteil, ich war ja dankbar für seine Kunst. Von mir wurden auch schon Texte kopiert und veröffentlicht, ohne Nennung meines Namens. Aber ich wäre nie auf die Idee gekommen, so horrende Summen dafür einzufordern. Ein Hinweis zur Wahrung der Rechte sollte für den Anfang genügen, denke ich. Wenn die ganze Gesellschaft so miteinander umginge, wie es einige Vertreter unserer Spezies bei Pixelio tun, ich glaube, dann wollte ich hier nicht mehr leben...

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