Bloggen als Klein- oder Einzelunternehmer

Steuer- und unternehmensrechtliche Begriffe


Blogger als Kleinunternehmer
Für einen Gründer gibt es viel zu lernen. Vorschriften, Regelungen und Begrifflichkeiten ergießen sich über ihn in scheinbar nimmer endenden Umfang. Nachdem wir in den voran gegangenen Beiträgen die unterschiedlichen Gründungsmöglichkeiten besprochen haben, also konkret die in Deutschland möglichen Gesellschaftsformen eines Unternehmens, will ich heute auf drei Begriffe eingehen, die immer wieder genannt werden, aber sich scheinbar nicht eindeutig zuordnen lassen. Kleingewerbe, Kleinunternehmer, Einzelunternehmer - ist das nicht alles dasselbe? Wann bin ich denn ein Kleinunternehmer? Bin ich das etwa automatisch, wenn ich Einzelunternehmer bin? Ich möchte hier einmal etwas Klarheit in die Begrifflichkeiten bringen. Mehr oder minder schreibe ich das auch für mich auf, weil man als Gründer bei den vielen neuen Begriffen, die sich teilweise auch noch ähneln, überschneiden oder gar synonym gelten, nur allzu leicht den Überblick verlieren kann.




Einzelunternehmen


Den Begriff des Einzelunternehmers haben wir bereits geklärt, aber zur besseren Abgrenzung möchte ich ihn hier noch einmal kurz aufführen. Einzelunternehmer ist, wer am Wirtschaftsverkehr als Anbieter von Waren oder Dienstleistungen teilnimmt, um damit auf Dauer Gewinne zu erzielen. Tut er dies allein, auf seinen Namen und auf seine Rechnung, ist er automatisch ein Einzelunternehmer. Der Bergriff des Einzelunternehmers kennzeichnet also die Unternehmensform. Andere Unternehmensformen sind zum Beispiel die GmbH, die UG, die GbR oder die AG.


Kleinunternehmer


Ein Kleinunternehmen ist im Gegensatz zum Einzelunternehmen keine Unternehmensform, sondern ein Begriff aus dem Umsatzsteuerrecht. Als Kleinunternehmen gelten solche Unternehmen, deren Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr den Betrag von 17.500,- Euro nicht überstiegen hat und deren Umsatz im aktuellen Jahr die 50.000,- Euro-Grenze voraussichtlich nicht übersteigen wird. Also auch eine GbR kann ein Kleinunternehmen im Sinne der Kleinunternehmerregelung sein. Die Kleinunternehmerregelung gemäß § 19 UStG ist eine Sonderregel im Umsatzsteuerrecht und dient dazu, Unternehmen mit eher geringen Umsätzen die Geschäftsführung zu vereinfachen. Unternehmern mit den oben angeführten niedrigen Umsätzen wird im Zuge dieser Regelung ein Wahlrecht gewährt, Umsatzsteuer auszuweisen oder nicht.

Unternehmer, die von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen, müssen keine Umsatzsteuer auf ihre ausgehenden Rechnungen erheben. Sie erhalten dadurch gegebenenfalls einen Wettbewerbsvorteil, weil sie ihren Waren oder Dienstleistungen billiger anbieten können. Sie sind auch nicht verpflichtet, die monatlich übliche Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt einzureichen.

Allerdings sind Kleinunternehmer auch nicht vorsteuerabzugsberechtigt. Das heißt, sie bekommen entrichtete Umsatzsteuer für eingekaufte Waren und Dienstleistungen nicht erstattet.
Sollten im Laufe der Geschäftstätigkeit irgend wann die bestehenden Umsatzgrenzen überschritten werden, wird das Unternehmen umsatzsteuerpflichtig und die Kleinunternehmerregelung entfällt fortan. Obwohl ich nur vergleichsweise geringe Umsätze mit meinen Blogs erziele, habe ich mich doch gegen die Kleinunternehmerregelung entschieden, weil hierdurch die Möglichkeit des Vorsteuerabzugs entfällt. Zudem halte ich es für gefährlich, den Preisvorteil durch Wegfall der Umsatzsteuer an den Kunden weiter zu geben. Wie will man das später erklären, wenn das Unternehmen wegen Übersteigen genannter Grenzen zur Ausweisung der Mehrwertsteuer verpflichtet wird? Wohl kaum wird ein Kunde eine plötzliche Preisanhebung von 19% so einfach hinnehmen. Es ist also besser, von Anfang an mit realistischen Preisen am Markt zu operieren. Diejenigen unter den Gründern, die glauben, es besser zu wissen, überleben zumeist die ersten Jahre nicht. Entscheidend ist nicht der Preis. Entscheidend ist die Qualität angebotener Waren und Dienstleistungen. Der Preis bekommt meiner Meinung nach erst Gewicht, wenn zwischen den Angeboten der Konkurrenten Gleichwertigkeit vorliegt.


Kleingewerbe


Unter einem Kleingewerbe versteht man nach der Definition des Handelsgesetzbuches ein Unternehmen, das einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb nicht erfordert (§ 1 Abs. 2 Handelsgesetzbuch (HGB). Demnach können nur natürliche Personen und GbRs Kleingewerbetreibende sein. Alle anderen Unternehmensformen sind automatisch immer Kaufmann im Sinne des § 1 HGB (vgl. § 6 HGB). Es besteht keine Buchführungspflicht, eine einfache Einnahmenüberschussrechnung genügt. Es handelt sich also um ein gewerbliches Unternehmen. Demnach können Freiberufler zwar Kleinunternehmen, aber nicht Kleingewerbe gründen.

Beim Kleingewerbe fallen neben der Einkommenssteuer und Umsatzsteuer, die mit Ausnahme des Kleinunternehmers überall anfallen, zusätzlich noch die Gewerbesteuer an. Jedoch gilt für das Kleingewerbe ein Freibetrag von jährlich 24.500 €. Solange dieser Betrag nicht überschritten wird, bleiben die einnahmen des Kleingewerbes von der Gewerbesteuer befreit.

Quellen zu "Bloggen als Klein- oder Einzelunternehmer"
Foto: Sven Ohlenschläger / pixelio.de   fuer-gruender.de   gruenderlexikon.de   Wikipedia   startup-connection.de  steuertipps.de   existenzgruender.de  






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