Selbstständig als Blogger - Die Unternehmensform

Information für Existenzgründer
Gründe ich nun eine Aktiengesellschaft oder lieber eine gGmbH, eine Limited oder eine GbR und Co KG? Wer sich selbstständig machen will, hat dazu verschiedene Möglichkeiten. Unterschiedliche Unternehmensformen bieten unterschiedliche Vorteile, haben aber auch Nachteile. Die Entscheidung für eine geeignete Unternehmensform will deshalb gut überlegt sein, bedarf eines soliden Vorwissens oder einer guten Beratung. Je nach Branche, Produkt und Vertriebskonzept bieten sich unterschiedliche Unternehmensmodelle an. Gründe ich allein eine Firma oder sollen mehrere Personen beteiligt sein? Wie hoch ist mein Kapitalbedarf? Stelle ich etwas her, treibe ich Handel oder trete ich als Vermittler oder Dienstleister auf. Die Palette der Möglichkeiten ist schier unendlich.
Als zukünftiger Gründer hast du dir vermutlich schon einige Gedanken dazu gemacht und hast eine grobe Idee, wohin die Reise gehen soll. Ich will dir hier noch einmal die wichtigsten Unternehmensformen in Deutschland vorstellen, die Vor- und die Nachteile benennen und dir so eine fundierte Entscheidungshilfe bieten. Was du kannst, das weißt du. Was du machen willst, das weißt du auch. Nun geht es darum, eine für deine Zwecke geeignete Unternehmensform zu finden. Wenn wir von einer Unternehmensform sprechen, meinen wir immer die Rechtsform des Unternehmens.
Grob unterteilt gibt es in Deutschland folgende Möglichkeiten zur Gründung einer Firma, nämlich die Gründung als:

  • Einzelunternehmen
  • Personengesellschaft 
  • Kapitalgesellschaft 
  • Eingetragene Genossenschaft (wird hier nur der Vollständigkeit halber genannt, aber nicht beschrieben)


1. Gründung als Einzelunternehmer


Die wohl einfachste Form der Gründung ist die des Einzelunternehmers oder Kleingewerbetreibenden. Er brauchst keine Verträge schließen und sich, sofern er keinen Handel betreiben will, auch nicht ins Handelsregister eintragen zu lassen. Dieser Eintrag wäre kostenpflichtig und ist ein Muss für alle Kaufleute. Besondere Vorschriften zur Gründung eines Einzelunternehmens bestehen nicht. Wer am Wirtschaftsverkehr als Anbieter von Waren oder Dienstleistungen teilnehmen möchte und damit auf Dauer Gewinne erzielen will, gilt als Unternehmer. Tut er dies allein, auf seinen Namen und auf seine Rechnung, ist er ein Einzelunternehmer. Im Prinzip kannst du dein Einzelunternehmen auch ohne Startkapital gründen. Du musst nicht, wie bei der Gründung einer GmbH ein Haftungskapital vorweisen, jedoch haftest du mit deinem gesamten Vermögen für Schäden Dritter, die aus dem Betrieb des Unternehmens hervor gehen, auch mit deinem Privatvermögen.

Vorteile der Rechtsform Einzelunternehmen


Einfache Buchhaltung
Bei einem Jahresgewinn von bis zu 50.000 € bzw. einem Jahresumsatz von 500.000 € wird von dem Einzelunternehmer keine doppelte Buchführung verlangt. Eine einfach zu führende Einnahmen- Ausgaben- Überschussrechnung genügt, um das Finanzamt am Ende des Geschäftsjahres zufrieden zustellen. (Zum Vergleich: Eine doppelte Buchführung erfordert zusätzlich die Auflistung aller Bestände, sowohl von Betriebsmitteln, als auch von Waren und Rohstoffen)

Ungeteilte Führungskompetenz
Der Einzelunternehmer darf alle unternehmerischen Entscheidungen selbst treffen. Er muss sich nicht mit anderen Gesellschaftern abstimmen und kommt so auch nicht in die Verlegen faule Kompromisse einzugehen.

Ist-Besteuerung
Als Einzelunternehmer hast du die Möglichkeit bei der Anmeldung deines Unternehmens beim Finanzamt die Istbesteuerung zu beantragen. Istbesteuerung bedeutet, dass du die auf deiner Rechnung ausgewiesene Umsatzsteuer erst dann abführen musst, wenn dein Kunde die Rechnung tatsächlich beglichen hat. (Zum Vergleich: Bei der Sollbesteuerung ist die ausgewiesene Mehrwertsteuer direkt nach Rechnungslegung zu überweisen. D.h., du musst die Umsatzsteuer deines Kunden vorfinanzieren.)

Haftungskapital
Zur Gründung eines Einzelunternehmens ist es nicht erforderlich, Haftungskapital in einer bestimmten Höhe nachzuweisen.

Wenig Formalitäten
Die Gründung eines Einzelunternehmens ist vergleichsweise einfach. Als Gewerbetreibender genügt zunächst die Anmeldung bei deinem zuständigen Gewerbeamt. Das Gewerbeamt informiert dann alle nötigen Instanzen, wie Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, Berufsgenossenschaft etc. Zusätzlich musst du dein Unternehmen beim Finanzamt anmelden. Meistens bekommst du die Vordrucke schon bei der Gewerbeanmeldung ausgehändigt.
Als Freiberufler brauchst du keinen Gewerbeschein. In diesem Fall ist die Anmeldung beim zuständigen Finanzamt ausreichend. Aber Vorsicht! Nicht jeder kann freiberuflich tätig werden. Freie Berufe sind vom Gesetz her genau geregelt. Hierzu zählen unter anderem Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater, Unternehmensberater, Autoren, Künstler, Heilpraktiker, Lotsen und Apotheker. Alle freien Berufen sind in einem Katalog beschrieben. Man spricht hier auch von Katalogberufen. Näheres zu freien Berufen findest du hier: Was sind freie Berufe?
Auch eine später Übertragung oder Auflösung des Unternehmens ist ohne viel bürokratischen Aufwand möglich.


Nachteile als Einzelunternehmen


Haftung
Als Nachteil dieser Unternehmensform wäre die unbeschränkte Haftung des Unternehmers anzuführen. Er trägt zu jeder Zeit das volle Risiko allein und haftet für Schäden, die durch seine unternehmerische Tätigkeit entstehen bis in sein Privatvermögen hinein.

Steuersatz
Ein weiterer Nachteil kann sein, besonders wenn später höhere Gewinne zu verzeichnen sind, dass der Einzelunternehmer mit seinem persönlichen Steuersatz zur Kasse gebeten wird. Hier kann im Einzelfall eine andere Gesellschaftsform von Vorteil sein.

Neben der Möglichkeit sich als Einzelunternehmer, der einfachsten Form der Selbstständigkeit,  am wirtschaftlichen Verkehr zu beteiligen, gibt es auch noch andere Unternehmensformen, die hierfür geeignet sein können. Man unterscheidet im wesentlichen noch zwei weitere Gruppierungen: Die Personengesellschaften auf der einen und die Kapitalgesellschaften auf der anderen Seite. Die wesentlichen Unterschiede zwischen beiden sind, dass Personengesellschaften unbegrenzt haften und Kapitalgesellschaften dies nicht müssen. Personengesellschaften werden von den Gesellschaftern geführt, Kapitalgesellschaften von einem Gremium, in der Regel dem Vorstand. Während bei der Personengesellschaft die Gesellschafter direkt mit ihrem persönlichen Steuersatz besteuert werden, wird bei einer Kapitalgesellschaft Körperschaftssteuer fällig.

2. Gründung als Personengesellschaft


Zu den sogenannten Personengesellschaften zählen im Wesentlichen die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), die offene Handelsgesellschaft (OHG) und die Kommanditgesellschaft (KG).

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)


Die GbR ist die einfachste und ursprünglichste Form einer Personengesellschaft. Sie ist im Bürgerlichen Gesetzbuch ab § 705 genauer geregelt und wird deshalb auch BGB-Gesellschaft genannt. Eine GbR entsteht demnach automatisch immer dann, wenn mindestens zwei Personen etwas gemeinsam betreiben. "Durch den Gesellschaftsvertrag verpflichten sich die Gesellschafter gegenseitig, die Erreichung eines gemeinsamen Zweckes in der durch den Vertrag bestimmten Weise zu fördern, insbesondere die vereinbarten Beiträge zu leisten." Auszug aus dem BGB 

Vorteile der Rechtsform GbR


Einfache Buchhaltung
Auch hier gilt wie für den Einzelunternehmer: Bis zu einem Jahresgewinn von 50.000 € oder einem Jahresumsatz von 500.000 € ist eine einfache Buchführung ausreichend in Form einer Einnahme-Ausgaben-Überschussrechnung.

Haftungskapital
Zur Gründung einer GbR ist es nicht erforderlich, Haftungskapital in einer bestimmten Höhe nachzuweisen.

Wenig Formalitäten
Die GbR ist wie das Einzelunternehmen leicht zu gründen und ähnelt ihm auch in der Betrachtung von Vor-und Nachteilen. In der Regel ist für die Gründung einer GbR kein Eintrag ins Handelsregister erforderlich. Nicht einmal ein Gesellschaftervertrag ist vorgeschrieben, wird aber empfohlen.


Nachteile als GbR

Haftung
Als Nachteil dieser Unternehmensform wäre unbedingt die unbeschränkte Haftung aller beteiligten Gesellschafter anzuführen, das heißt, sie haften mit ihrem gesamten Privateigentum für Schäden, für die das Unternehmen verantwortlich ist.

Steuersatz
Ein weiterer Nachteil kann sein, besonders bei höheren Gewinnen, dass die Gesellschafter mit ihrem persönlichen Steuersatz zu Kasse gebeten werden. Hier kann im Einzelfall eine andere Gesellschaftsform von Vorteil sein.

Kompetenzen
Gibt es keinen Gesellschaftsvertrag, der etwas anderes bestimmt, sind nur beide Gesellschafter gemeinsam befugt, die Gesellschaft nach außen hin zu vertreten und etwaige Verträge zu schließen.


3. Gründung als offene Handelsgesellschaft

Die offene Handelsgesellschaft (OHG)

Im Grunde genommen ist die OHG nichts anderes als eine GbR. Den Unterschied macht lediglich der Zweck der Gesellschaft. Während eine GbR laut Definition jeden beliebigen gemeinsamen Zweck verfolgen kann, ist eine OHG ausschließlich dem Handel vorbehalten. Mit anderen Worten: Wenn eine GbR Handel betreiben will, wird sie automatisch zur OHG.
Eine OHG bedarf immer der Eintragung ins Handelsregister. Mit dieser Eintragung werden die Gesellschafter zum "eingetragenen Kaufmann", dem Vollkaufmann. Im Gegensatz zur GbR ist jedoch ein Gesellschaftsvertrag nötig.

Vorteile der Rechtsform OHG


Einfache Buchhaltung
Auch hier gilt wie für Einzelunternehmer und GbR: Bis zu einem Jahresgewinn von 50.000 € oder einem Jahresumsatz von 500.000 € ist eine einfache Buchführung hinreichend. Diese ist in Form einer Einnahme-Ausgaben-Überschussrechnung auszufertigen.

Haftungskapital
Zur Gründung einer OHG ist es nicht erforderlich, Haftungskapital in einer bestimmten Höhe nachzuweisen.


Nachteile als OHG


Haftung
Als Nachteil dieser Unternehmensform wäre unbedingt die unbeschränkte Haftung aller beteiligten Gesellschafter anzuführen, das heißt, sie haften mit ihrem gesamten Privateigentum für Schäden, für die das Unternehmen verantwortlich ist.

Steuersatz
Ein weiterer Nachteil kann sein, besonders bei höheren Gewinnen, dass die Gesellschafter mit ihrem persönlichen Steuersatz zu Kasse gebeten werden. Hier kann im Einzelfall eine andere Gesellschaftsform von Vorteil sein.

Kompetenzen
Während die Unternehmensform GbR auch Freiberuflern offen steht, ist dies bei der OHG nicht der Fall. 

Gründung als Sonderform der OHG - die KG
Eine Sonderform der OHG stellt die Kommanditgesellschaft, die KG dar. Eine Kommanditgesellschaft ist eine Personengesellschaft, deren Zweck auf den Betrieb eines Handelsgewerbes gerichtet ist. Sie besteht aus einem oder mehreren persönlich haftenden Gesellschaftern, den Komplementären und mindestens einem Gesellschafter, dessen Haftung auf seine Einlage beschränkt ist, dem Kommanditist. Mehrere Kommanditisten sind natürlich möglich. Auch juristische Personen, also zum Beispiel andere Firmen können Kommanditist oder Komplementär sein. Im übrigen gelten für eine KG grundsätzlich die gleichen Vorschriften und Bedingungen wie für eine OHG. Der einzige Unterschied zwischen diesen beiden Rechtsformen besteht lediglich darin, dass es unterschiedliche Haftungsbedingungen unter den Gesellschaftern gibt.

4. Gründung als Kapitalgesellschaft


Neben der Gründung als Einzelunternehmen oder Personengesellschaft gibt es auch die Möglichkeit, sich mit einer Kapitalgesellschaft selbstständig zu machen. Ein wesentlicher Vorteil der Kapitalgesellschaft ist die begrenzte Haftung der Gesellschafter. Aber Vorsicht! Dass Gesellschafter generell nicht mit ihrem Privatvermögen haften, ist ein Mythos! Als Gesellschafter oder Geschäftsführer einer GmbH haftest du in bestimmten Fällen auch mit deinem gesamten Privatvermögen, nämlich unter anderem immer dann, wenn du deine dir gesetzlich auferlegten Pflichten missachtest, indem du zum Beispiel Steuerschulden der Gesellschaft nicht entrichtest, deine Buchführung nicht ordnungsgemäß erledigst oder du Bilanzierungsvorschriften verletzt. Ebenso kann in dein Privatvermögen hinein vollstreckt werden, wenn du gegen Wettbewerbsvorschriften verstößt oder fremde Schutzrechte missachtest, bzw. billigst, dass deine Angestellten dies tun. Das waren jetzt nur einige Beispiele. Der Katalog der Möglichkeiten, dich in die Haftung zu nehmen, trotz bestehender Haftungsbeschränkung ist noch weitaus größer. Die beschränkte Haftung bezieht sich lediglich auf das Auftreten der Kapitalgesellschaft als Kaufmann, als juristische Person. Für das, was du in persona zu verantworten hast, haftest du auch persönlich. Lass dich hier also am besten noch einmal von einem Fachanwalt für Wirtschaftsrecht beraten, ehe du vorschnell zur Gründung einer Kapitalgesellschaft tendierst, denn die Kapitalgesellschaft ist um einiges komplizierter zu führen als ein Einzelunternehmen oder eine GbR. Es gibt mehr Vorschriften zu beachten, die Gründung selbst ist teurer und die Buchführungspflicht ist deutlich ausgeweitet.
Was ist nun eine Kapitalgesellschaft? Gemäß Wikipedia ist die Kapitalgesellschaft eine Körperschaft des privaten Rechts, deren Mitglieder einen gemeinsamen, meist wirtschaftlichen, Zweck verfolgen. Die Kapitalgesellschaft beruht auf einem Gesellschaftsvertrag. Sie ist eine juristische Person und durch gesetzlich festgelegte Kapitalaufbringungs- und Kapitalerhaltungsvorschriften gekennzeichnet.
Nach den gesetzlichen Regelungen gibt es in Deutschland mehrere Arten von Kapitalgesellschaften. Im Einzelnen sind dies hauptsächlich:
  • die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), (UG)
  • die Aktiengesellschaft (AG)
Ausführlicher will ich an dieser Stelle jedoch nur die GmbH und die UG behandeln. Als Gründer wirst du wohl kaum in die Verlegenheit kommen, eine Aktiengesellschaft zu gründen. Diese Form ist nur der Vollständigkeit halber aufgeführt. 


4.1 Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)


Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist die in Deutschland am meisten bekannte und akzeptierte Unternehmensform. Sie hat sowohl bei Kunden als auch bei Geschäftspartnern einen guten Ruf. Das herausragende Merkmal einer GmbH ist jedoch die Haftungsbeschränkung. So haftet die GmbH jeweils nur bis zur Höhe des eingelegten Stammkapitals. Bei der Gründung der GmbH sind von den Gesellschaftern deshalb mindestens 25.000 Euro Haftungskapital nachzuweisen.

Welche Vorteile der Rechtsform GmbH

Haftungsbeschränkung
Der wesentliche Vorteil einer GmbH ist die Haftungsbeschränkung auf das Unternehmensvermögen. Dieser Vorteil hat die GmbH in Deutschland bei Unternehmern beliebt und bei Kunden bekannt gemacht. Die GmbH haftet nur bis zur Höhe ihres Stammkapitals. In der Regel sind dies 25.000 Euro.

Reputation
Die GmbH gilt in Deutschland als etabliert. Sie genießt sowohl bei Kunden als auch bei Geschäftspartnern ein hohes Ansehen, gilt als seriös und vertrauenswürdig.

Steuersatz
Aus steuerrechtlicher Sicht kann eine GmbH von Vorteil sein. Während bei Personengesellschaften die Anteilseigner mit ihrem persönlichen Steuersatz zu Kasse gebeten werden, verhält es sich bei der GmbH folgendermaßen: Die GmbH unterliegt der sogenannten Körperschaftssteuer. Die Körperschaftssteuer ist quasi die Einkommensteuer für Unternehmen. Sie beträgt 15 Prozent. Bist du als Gesellschafter am Gewinn beteiligt, erfolgt dies nach dem Halbeinkünfteverfahren. Die Gewinnausschüttung bleibt nach zur Hälfte steuerfrei, für die andere Hälfte zahlst du ganz normal Einkommenssteuer nach deinem persönlichen Steuersatz.

kompliziertere Gründung
Als Nachteil dieser Unternehmensform wäre unbedingt zu nennen, dass die Gründung erheblich mehr Aufwand mit sich bringt als etwa die Gründung einer Einzelunternehmens oder einer GbR. So muss der Gesellschaftsvertrag zum Beispiel vor einem Notar geschlossen werden. Auch das Erstellen oder spätere Ändern der Satzung oder die Übertragung von Geschäftsanteilen müssen immer notariell beurkundet werden. Hierfür fallen Notarkosten an. Ein Eintrag ins Handelsregister ist stets ebenso obligatorisch wie die anfallenden Bekanntmachungsgebühren. Über den Daumen ist bei der GmbH mit Gründungskosten von etwa 1000 Euro zu rechnen.


Nachteile als GmbH


Haftungskapital
Bei einer GmbH muss zum Zeitpunkt der Gründung immer eine Stammeinlage von 25.000 Euro als Haftungskapital hinterlegt werden. Die Haftungsbestimmungen für Gesellschafter und Geschäftsführer sind ziemlich streng. Eine Vernachlässigung oder Verletzung der zahlreichen vom Gesetz auferlegten Pflichten kann schnell zu finanziellen oder gar strafrechtlichen Konsequenzen führen.

Aufwendige Buchführung
Die GmbH ist zur doppelten Buchführung verpflichtet. Das heißt, sie muss neben der üblichen Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung auch über die Bestände Buch führen. Am Ende eines jeden Geschäftsjahres ist zudem nach den Regeln des Handelsgesetzbuches eine Bilanz zu erstellen.

Sollbesteuerung
Eine GmbH unterliegt automatisch der Soll-Besteuerung. Damit muss sie die Umsatzsteuer bereits nach Rechnungslegung abführen. Möglicherweise hat der Kunde bis zu diesem Zeitpunkt die Rechnung noch gar nicht beglichen. Es könnte sich durch diese Regelung also ein zusätzliches Liquiditätsproblem ergeben.


4.2 Gründung als Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) - UG


Um den Gründungsaufwand im Gegensatz zu einer GmbH zu verringern und Schein-Gründungen, etwa über ausländische Limiteds, entgegen zu wirken, gibt es seit einiger Zeit die so genannte Unternehmergesellschaft (UG). Der wesentliche Unterschied zur echten GmbH liegt im Haftungskapital. Unternehmergesellschaften können schon mit einem Euro Stammeinlage gegründet werden. Allerdings sind die Gesellschafter verpflichtet, jährlich mindestens 25% des Gewinns als Rücklage einzustellen, bis irgendwann über die Zeit das Haftungskapital einer echten GmbH von 25.000 Euro erreicht ist. 
Die Gründungsbedingungen einer UG gleichen ansonsten denen ihrer großen Schwester, der GmbH. Auch hier muss der Gesellschaftsvertrag vor einem Notar geschlossen werden. Ist das Haftungskapital irgend wann angespart und liegt eine geprüfte Bilanz vor, können die Gesellschafter die UG mittels Antrag auch in eine GmbH umwandeln.


Vorteile der Rechtsform UG


Haftungskapital
Der wesentliche Vorteil der GmbH ist auch der der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt): Die Haftungsbeschränkung auf das Unternehmensvermögen. Die Gesellschafter haften; solange ihnen keine Pflichts- oder Rechtsverletzungen nachgewiesen werden können, nicht mit ihrem Privatvermögen.
Der besondere Vorteil der UG besteht darin, dass das gesetzlich festgelegte Haftungskapital von 25.000 Euro nicht sofort bei Gründung vorhanden sein muss, sondern nach und nach erarbeitet werden kann. Eine UG kann mit nur einem Euro gegründet werden.

Im Übrigen gelten bei der UG dieselben Vorteile wie für die GmbH oben ausgeführt.


Nachteile als UG


Reputation
Die UG genießt bei weitem nicht das Ansehen einer GmbH. Obwohl sie mit wenigen Ausnahmen den selben Regeln wie eine GmbH unterliegt, ist sie weder so beliebt noch so bekannt.

Haftungsbeschränkung
Was oben als Vorteil angeführt ist - das Haftungskapital, führt aber eindeutig auch zu einem der größten Nachteile der Unternehmergesellschaft. Da die Haftung sich bei Gründung möglicherweise nur auf einen Euro bescheidet, könnten Kunden oder Auftraggeber abgeschreckt werden.

Auch hier gelten grundsätzlich die für GmbH ausgeführten Nachteile. Eventuell besteht irgendwann ein zusätzlicher organisatorischer und finanzieller Aufwand bei der Umwandlung in eine GmbH.


Mein Fazit zu GmbH und UG


Obwohl die GmbH zu wohl beliebtesten und weit verbreiteten Unternehmensformen gehört, solltest du dir in Ruhe einmal überlegen, ob der höhere Aufwand bei Gründung und Betriebsführung die Vorteile der vermeintlichen Haftungsbeschränkung tatsächlich aufwiegt. Die IHK berät hierzu auf kostenlos auf Anfrage. Wenn es unbedingt eine GmbH werden soll hilft womöglich, als UG zu starten, weil der Kapitalbedarf hierfür deutlich geringer ist. Anfangs tendierte ich auch zur UG, weil ich aus Haftungsgründen meine privaten Finanzen von denen der Firma gern trennen wollte. Ich habe mir allerdings überlegt, dass ich als Autor ein eher überschaubares unternehmerisches Risiko trage. Ein zweiter Grund zu überlegen, eine UG zu gründen war, dass ich als Erwerbsminderungsrentner nur 450 Euro dazu verdienen darf. Da hätte ich mir als UG immer gezielt 450 Euro auszahlen können. Andererseits denke ich, wenn es einmal soviel werden sollte, dass aus meinem Nebenverdienst ein Haupterwerb wird und ich davon leben kann - na super! Dann habe ich doch etwas geschafft und kann getrost auch wieder auf die Rente verzichten. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.


Meine Gründung als Blogger


Ich spreche hier bewusst nicht von einer Existenzgründung, denn existieren könnte ich von den Einnahmen meiner Blogs nicht, jedenfalls noch nicht, noch lange nicht. Dennoch erziele ich Einnahmen im Internet und die unterliegen nun einmal dem deutschen Steuerrecht. Es scheint mir wie im Märchen, wie ein Wunder, dass es überhaupt möglich ist, mit einem meiner inzwischen liebsten Hobbies Geld zu verdienen. Aber es ist wahr. Manche Blogger leben sogar davon, natürlich nicht, wenn sie nur einmal in der Woche einen Post veröffentlichen. Diese Kollegen haben mindestens einen 12-Stunden-Arbeitstag, die Wochenenden eingeschlossen.

Ich habe mich nach gründlicher Information und Abwägung der Vor- und Nachteile für eine Gründung als Einzelunternehmen entschieden. Da ich kaum über betriebswirtschaftliche Kenntnisse verfüge und mein Leben lang nichtselbstständig (Wie sich das anhört?) beschäftigt war, kann ich in dieser einfachen Unternehmensform meine ersten Erfahrungen sammeln. In eine andere Form kann ich später immer noch wechseln, wenn ich will. Als Einzelunternehmer ist das relativ einfach.

Als Blogger übe ich auch kein Gewerbe aus, sondern bin eher gestalterisch, journalistisch tätig. Ich habe deshalb auch kein Gewerbe beantragt, sondern mein Unternehmen als Freiberufler direkt beim Finanzamt angemeldet. Von dort bekam ich dann meine Umsatzsteuer-ID. Den Antrag hierfür gibt es beim zuständigen Finanzamt, zumeist sogar online als Download.


Quellen zu "Selbstständig als Blogger - Die Unternehmensform"
Foto: Rainer Sturm  / pixelio.de   Wikipedia   e-recht24.de   experto.de   gruendung-bw.de   







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